Donnerstag, 8. Juni 2017

Schreibstrategie für den Planer





Der Planer-Typ benötigt kein Outline: Den Plan für seinen Text hat er bereits im Kopf. Er hat schon eine ganz klare Vorstellung davon, wie die Struktur der Arbeit aussehen wird. Sie wird aber erst greifbar, nachdem er sie zu Papier gebracht hat:

Der Planer  verbringt eine Menge Zeit mit Lesen und Notizenmachen und versucht möglichst viel Information aufzusaugen. Vermutlich liest er viel mehr als nötig. Dann denkt er gründlich darüber nach – zum Beispiel auch, während er andere Dinge erledigt. Zuletzt setzt er sich einfach hin und beginnt alles niederzuschreiben. Irgendwie ist bis zu diesem Zeitpunkt das ganze Konzept in seinem Kopf entstanden. Manchmal fügt er am Schluss eine Einleitung hinzu und liest die ganze Arbeit nochmals durch. Er hätte vermutlich  nie einen Plan für seine Arbeit aufzeichnen können, und doch muss er kaum Änderungen daran vornehmen





Planer lassen Inhalt und Struktur reifen, bis der richtige Moment zum Ausformulieren gekommen ist. „Den richtigen Moment“ spürt der Planer. Er kann aus Erfahrung seinem Gefühl trauen.


Vorzüge des Planers
a) Er behält den Überblick.

b) Er läuft weniger Gefahr, abzuschweifen und sich zu verlieren. Er kommt in der Regel leichter als andere auf den Punkt.

c) Er hat unter Zeitstress gute Karten; denn er schreibt später meist schneller. 




Grenzen des Planens
a) Das planende Schreiben kommt an seine Grenzen, wenn jemand noch keine guten Ideen hat, wenn er von Anfang an unter zeitlichem Druck steht oder innerlich mit andern Themen beschäftigt ist.

b)Zuweilen lässt sich die Struktur nicht von Anbeginn festlegen. Vor allem bei sehr komplexen Themen, die erst nach und nach Form annehmen. Die Gliederung ist dann nur eine vorläufige, die sich im Verlauf des Schreibens immer wieder ändert.





Tipps für Planer
a)Merkst Du, dass Dir noch Ideen fehlen, so fördere lieber zuerst Dein implizites Wissen voran. Such nach halb- oder vorbewussten Denkinhalten, verschütteten Erinnerungen und neuen assoziativen Denkwegen. Das geht mit Hilfe von Schreibdenken, was in der Praxis nichts anderes heisst, als draufloszudenken. Mit keiner andern Methode kannst Du ähnlich effektiv das Denken anregen und zugleich die Schreibkompetenz verbessern. Lass Dein eigenes Schreiben ruhig einmal ungeplante Wendungen nehmen. Begegne offen allem Neuen, Ungeahnten, Kreativen. Halte es aus, dass Du noch nicht weisst, wie Du Deine neuen Ideen einordnen kannst. – Später wirst Du dafür die richtige Form finden.


b)Passe den geeigneten Moment ab, in dem Du das Planen beenden und zum Ausformulieren schreiten kannst. Warte auch hier nicht zu lange, sonst wird unter der Hand oder hinter dem Rücken aus dem gründlichen Nachdenken und Strukturieren ein unauffälliges Aufschieben der nächsten Schreibphase, und schon bist Du in dem von allen gefürchteten Prokrastinations-Zyklus gefangen. 



Bilder: Wolfgang Trust





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