Mittwoch, 16. August 2017

 10 weitere beste Tipps gegen Prokrastination




Damit es erst gar nicht so weit kommt, habe ich für Dich recherchiert und 10 weitere hilfreiche Tipps gegen Aufschieberitis zusammengetragen. Nicht alle werden zu Dir passen. Das können und sollen sie auch nicht. Dazu ist das Problem zu individuell. Betrachte die Tipps als Sammlung von Alternativen und pick das Beste für Dich heraus. 


1.      Hör auf, zu zweifeln!
Jeder kennt die Phrase, Wenn ich doch nur ..., dann ...! Solche Wenn-dann-Phasen tauchen immer wieder auf. Meistens dann, wenn Du mir Dir und Deiner  Situation unzufrieden bist. Aber diese Zweifel sind heikel. Ihr Unheil beginnt mit der Überzeugung, vor einem stünde ein unüberwindbarer Berg. Dann sehen wir nur noch den Berg und nicht mehr den Gipfel, verharren oder kehren gar um. Fatal! Ein Gipfelsturm gelingt auch in Etappen. Überlege Dir also, wo Du stehst und was als nächstes getan werden müsste. Dann gehe los,  Basiscamp für Basiscamp.

2.      Streiche Dich produktiv!
Das klingt zwar merkwürdig, funktioniert aber tatsächlich. Es kann ein sehr zufriedenstellendes Gefühl sein, eine Aufgabe sichtbar abzuhaken, beispielsweise auf Deiner  To-Do Liste oder im Aufgabenplan. So hast Du nicht nur das Gefühl etwas geschafft zu haben, sondern kannst es auch bildhaft machen und damit verstärken.

3.      Nimm Dir nicht zu viel vor!
Behalte lieber das grosse Ganze im Auge. Aus der Forschung weiss man, dass Menschen Aufgaben motivierter erledigen, wenn Sie die höheren Ziele dahinter erkennen.

4.      Sei realistisch!
Aufschieber neigen zur Alles-oder-Nichts-Haltung. Dahinter steckt die Angst,  nicht mehr akzeptiert zu werden, wenn etwas nicht vollkommen ist. Auch 80 Prozent sind oft gut genug. – (Vergiss nie, dass 80% einer Arbeit in 20% der Zeit zu erledigen ist. Sei darum kein Perfektionist, der für die restlichen 20% nochmals 80% der Arbeit aufbringen will.)

5.      Hör auf, perfekt zu sein!
Perfektionismus hält auf! Er führt zu einem Tunnelblick, bei dem sich die Betroffenen auf zahllose Details konzentrieren, die für das grosse Ganze  jedoch   geringe Bedeutung haben. Dabei verrennen sie sich dann und kommen schließlich nicht mehr vom Fleck. Mängel dagegen können den Horizont erweitern. Denke nur: Ohne Fehler hätte Christoph Kolumbus nie Amerika entdeckt.

6.      Setze Dir Limiten!
Sicher kennst Du das Parkinson’sche Gesetz.  Es geht auf den britischen Historiker und Publizisten Cyril Northcote Parkinson zurück. Danach dehnt sich Arbeit in genau dem Mass aus, wie Zeit für ihre Erledigung zur Verfügung steht – und nicht etwa wie viel Zeit Du tatsächlich dafür bräuchtest. Denke an ein Meetings: Stundenlang werden die Themen diskutiert, alle können mitreden, auch wenn nicht jeder davon eine Ahnung hat. Aber fünf Minuten vor Schluss werden trotzdem die entscheidenden Beschlüsse gefasst. Warum nicht gleich so? Ganz einfach: Setze Limits!

7.      Belohne Dich  für  für Teilerfolge!
Um Prokrastination in den Griff zu bekommen, ist Selbstdisziplin nötig, manchmal auch Druck. Deshalb ist Belohnung am Ende wichtig, um sich bei Laune zu halten. Was alle Erfolgreichen letztlich eint: Sie halten die Lücke zwischen Absicht und Ausführung sehr klein. Und den Spassfaktor natürlich gross.

8.      Lobe Dich!
Fehlen positive Rückmeldungen, tendieren Menschen dazu, aufzugeben. Umgekehrt wirkt Wertschätzung enorm positiv, wie etwa Albert Bandura, Psychologie-Professor an der Stanford-Universität, nachwies: Gelobte sind motivierter, stecken sich höhere Ziele, fühlen sich diesen stärker verpflichtet, teilweise unterstellen sie sich sogar bessere Fähigkeiten, was wiederum ihre Leistungskraft verbessert.

9.      Vergiss die Work-Life-Balance!
Treffen sich die Leute abends zum Essen, dann ist häufig die Rede davon, wie lange einer noch arbeiten muss und wie er danach leben will. So mutieren Arbeit und Leben zu Konkurrenten, die es – Work­-Life Balance sei Dank – gegeneinander abzuwiegen gilt. Ist
dem wirklich so? - Natürlich ist das Unfug! Ausgeglichenheit ist eher im Längs- als im Querschnitt eines Lebens zu finden. Mal wiegt der Beruf schwerer, mal die Familie. Mach Dir deswegen keinen Stress. Solange die Waagschalen in Bewegung bleiben, lebst  Du.

10.  Arbeite in Deinen Hochphasen!

Bei jedem Menschen gibt es innerhalb eines Tages unterschiedliche Leistungsphasen. Entscheidend dafür ist die sogenannte Chronobiologie. Der Organismus, also der Stoffwechsel, die Organtätigkeit, die Konzentrationsfähigkeit – alles schwankt innerhalb eines Tages erheblich. Dabei unterscheiden sich vor allem die Frühaufsteher, auch Lerchen genannt, von den  Langschläfern, von vielen  (auch Eulen genannt), die auch abends noch hell wach sind und sich gut konzentrieren können. Diese Typen sind unabhängig von der Schlafmenge, die der Einzelne braucht. Ihre individuellen Leistungsphasen liegen stark zeitversetzt. Wer seinen eigenen Typ kennt und dies im Alltag berücksichtigt, kann seine Leistung, Kreativität und Produktivität deutlich verbessern. Schwierige Aufgaben lege möglichst in die Hochphasen, den lästigen Kleinkram in die Durchhängerphasen

Christoph Frei
Weitere 10 beste Tipps gegen Prokrastination





Damit es erst gar nicht so weit kommt, habe ich für Dich recherchiert und 10 weitere hilfreiche Tipps gegen Aufschieberitis zusammengetragen. Nicht alle werden zu Dir passen. Das können und sollen sie auch nicht. Dazu ist das Problem zu individuell. Betrachte die Tipps als Sammlung von Alternativen und pick das Beste für Dich heraus. 


1.      Hör auf, zu zweifeln!
Jeder kennt die Phrase, Wenn ich doch nur ..., dann ...! Solche Wenn-dann-Phasen tauchen immer wieder auf. Meistens dann, wenn Du mir Dir und Deiner  Situation unzufrieden bist. Aber diese Zweifel sind heikel. Ihr Unheil beginnt mit der Überzeugung, vor einem stünde ein unüberwindbarer Berg. Dann sehen wir nur noch den Berg und nicht mehr den Gipfel, verharren oder kehren gar um. Fatal! Ein Gipfelsturm gelingt auch in Etappen. Überlege Dir also, wo Du stehst und was als nächstes getan werden müsste. Dann gehe los,  Basiscamp für Basiscamp.

2.      Streiche Dich produktiv!
Das klingt zwar merkwürdig, funktioniert aber tatsächlich. Es kann ein sehr zufriedenstellendes Gefühl sein, eine Aufgabe sichtbar abzuhaken, beispielsweise auf Deiner  To-Do Liste oder im Aufgabenplan. So hast Du nicht nur das Gefühl etwas geschafft zu haben, sondern kannst es auch bildhaft machen und damit verstärken.

3.      Nimm Dir nicht zu viel vor!
Behalte lieber das grosse Ganze im Auge. Aus der Forschung weiss man, dass Menschen Aufgaben motivierter erledigen, wenn Sie die höheren Ziele dahinter erkennen.

4.      Sei realistisch!
Aufschieber neigen zur Alles-oder-Nichts-Haltung. Dahinter steckt die Angst,  nicht mehr akzeptiert zu werden, wenn etwas nicht vollkommen ist. Auch 80 Prozent sind oft gut genug. – (Vergiss nie, dass 80% einer Arbeit in 20% der Zeit zu erledigen ist. Sei darum kein Perfektionist, der für die restlichen 20% nochmals 80% der Arbeit aufbringen will.)

5.      Hör auf, perfekt zu sein!
Perfektionismus hält auf! Er führt zu einem Tunnelblick, bei dem sich die Betroffenen auf zahllose Details konzentrieren, die für das grosse Ganze  jedoch   geringe Bedeutung haben. Dabei verrennen sie sich dann und kommen schließlich nicht mehr vom Fleck. Mängel dagegen können den Horizont erweitern. Denke nur: Ohne Fehler hätte Christoph Kolumbus nie Amerika entdeckt.

6.      Setze Dir Limiten!
Sicher kennst Du das Parkinson’sche Gesetz.  Es geht auf den britischen Historiker und Publizisten Cyril Northcote Parkinson zurück. Danach dehnt sich Arbeit in genau dem Mass aus, wie Zeit für ihre Erledigung zur Verfügung steht – und nicht etwa wie viel Zeit Du tatsächlich dafür bräuchtest. Denke an ein Meetings: Stundenlang werden die Themen diskutiert, alle können mitreden, auch wenn nicht jeder davon eine Ahnung hat. Aber fünf Minuten vor Schluss werden trotzdem die entscheidenden Beschlüsse gefasst. Warum nicht gleich so? Ganz einfach: Setze Limits!

7.      Belohne Dich  für  für Teilerfolge!
Um Prokrastination in den Griff zu bekommen, ist Selbstdisziplin nötig, manchmal auch Druck. Deshalb ist Belohnung am Ende wichtig, um sich bei Laune zu halten. Was alle Erfolgreichen letztlich eint: Sie halten die Lücke zwischen Absicht und Ausführung sehr klein. Und den Spassfaktor natürlich gross.

8.      Lobe Dich!
Fehlen positive Rückmeldungen, tendieren Menschen dazu, aufzugeben. Umgekehrt wirkt Wertschätzung enorm positiv, wie etwa Albert Bandura, Psychologie-Professor an der Stanford-Universität, nachwies: Gelobte sind motivierter, stecken sich höhere Ziele, fühlen sich diesen stärker verpflichtet, teilweise unterstellen sie sich sogar bessere Fähigkeiten, was wiederum ihre Leistungskraft verbessert.

9.      Vergiss die Work-Life-Balance!
Treffen sich die Leute abends zum Essen, dann ist häufig die Rede davon, wie lange einer noch arbeiten muss und wie er danach leben will. So mutieren Arbeit und Leben zu Konkurrenten, die es – Work­-Life Balance sei Dank – gegeneinander abzuwiegen gilt. Ist
dem wirklich so? - Natürlich ist das Unfug! Ausgeglichenheit ist eher im Längs- als im Querschnitt eines Lebens zu finden. Mal wiegt der Beruf schwerer, mal die Familie. Mach Dir deswegen keinen Stress. Solange die Waagschalen in Bewegung bleiben, lebst  Du.

10.  Arbeite in Deinen Hochphasen!

Bei jedem Menschen gibt es innerhalb eines Tages unterschiedliche Leistungsphasen. Entscheidend dafür ist die sogenannte Chronobiologie. Der Organismus, also der Stoffwechsel, die Organtätigkeit, die Konzentrationsfähigkeit – alles schwankt innerhalb eines Tages erheblich. Dabei unterscheiden sich vor allem die Frühaufsteher, auch Lerchen genannt, von den  Langschläfern, von vielen  (auch Eulen genannt), die auch abends noch hell wach sind und sich gut konzentrieren können. Diese Typen sind unabhängig von der Schlafmenge, die der Einzelne braucht. Ihre individuellen Leistungsphasen liegen stark zeitversetzt. Wer seinen eigenen Typ kennt und dies im Alltag berücksichtigt, kann seine Leistung, Kreativität und Produktivität deutlich verbessern. Schwierige Aufgaben lege möglichst in die Hochphasen, den lästigen Kleinkram in die Durchhängerphasen.


Freitag, 4. August 2017

Was für ein Schreibtyp bist Du?




Die nächste Hausarbeit kann kommen, vorausgesetzt, Du weisst, welcher Schreibtyp Du bist. Der folgende Test soll Dir dabei helfen herauszufinden, wie Du Deine Textarbeit optimieren kannst.



Der Schreibtyp-Test



Entscheide Dich jeweils zwischen a), b) und c), notiere Dir Deine Antworten und schaue dann, welche Antwort Du am häufigsten gewählt hast. 



Wie viele Aufsätze liest Du in etwa, bevor Du anfängst, eine wissenschaftliche Arbeit zu schreiben?



a) 3 bis 6
b) 1 bis 2
c) Mindestens 7 und das ein oder andere Buch

Welcher dieser Aussagen stimmst Du am ehesten zu?

a) "Bevor ich anfange zu schreiben, muss ich die wichtigsten inhaltlichen Fragen geklärt haben."
b) "Beim Schreiben klären sich meine Gedanken."
c) "Ich möchte einen fundierten Überblick über die Forschungsliteratur haben, bevor ich anfangen kann, zu schreiben."

Auf welche Weise zitierst Du?
a) Ich zitiere nur prägnante Aussagen, die in der Forschungsliteratur besonders herausstechen, direkt. Sonst belege ich meine Argumente regelmässig durch indirekte Textverweise.
b) Ich schreibe zunächst frei und zitiere dann in einem nächsten Schritt die wichtigsten Punkte indirekt oder in Ausnahmefällen direkt.
c) Ich belege die meisten meiner Aussagen. Dabei verweise ich auf Kontroversen in der Forschungsliteratur und allenfalls auf Entwicklungen in den letzten Jahrzehnten.


Achtest Du beim ersten Textentwurf auf korrekte Formulierungen?
a) Ich beachte die Rechtschreibregeln und schreibe meist ganze Sätze. Aber wenn mir auf Anhieb keine perfekte Formulierung einfällt, schreibe ich trotzxdem weiter.
b) Nein, das kommt erst im nächsten Schritt.
c) Ja, denn der Text soll gut lesbar sein.

Hast Du manchmal Angst, dass Deine Arbeitszeit nicht ausreicht?
a) Manchmal, aber alles in allem ist der Zeitrahmen ausreichend.
b) Nein, ich kann mich auch nicht zu lange mit einem Thema beschäftigen.
c) Ja, manchmal weiss ich gar nicht, wohin meine Zeit verfliegt.


Die Auswertung

Überwiegend A: Du bist ein Praxisschreiber wie ein Journalist.






Der  Praxisschreiber versucht, ein gesundes Mittelmass zwischen Information und Schreibfluss zu finden und ist damit auf einem sehr guten Weg. Texte produziert er mit der nötigen Sorgfalt, weiss aber auch, dass kein Erstentwurf perfekt sein muss. Den Feinschliff übernimmt er lieber in einem zweiten Schritt.
Der Praxisschreiber
  • kommt rasch voran ist aber auch gründlich;
  • kann  seine Zeit sinnvoll einteilen;
  • weiss in der Hälfte, wie viel Literatur er in welcher Zeitspanne bearbeiten kann.

Schreibtipps
  • Die Endfassung ein paar Tage liegen lassen, bevor sie final überprüft wird. Mit etwas zeitlichem Abstand fallen Fehler und Ungereimtheiten besser auf.
  • Bei der Überarbeitung des Erstentwurfs ist scharfe Kritik gefragt: Ist die Gliederung logisch? Sind die Argumente nachvollziehbar?
  • Fremde erkennen Schwachstellen oft viel leichter.
  • Die formale Gestaltung darf nicht vergnachlässigt werden.

Überwiegend B: Du bist ein schneller Schreiber wie Alfred Döblin oder Thomas Mann






Der schnelle Schreiber fackelt nicht lange, sondern schreibt drauflos und kommt zügig voran. Er kennt die wichtigste Sekundärliteratur, aber nicht jeden einzelnen Aufsatz zum Thema. Er zitiert nur dann, wenn eine Aussage besonders wichtig erscheint.

Der schnelle Schreiber
  • kommt gut mit dem Zeitrahmen zurecht;
  • hat keine Schreibhemmungen und verzettelt sich nicht bei der Literaturrecherche und beim Lesen;
  • hat Probleme, die geforderten Seiten zu füllen, und mogelst sich mit Tricks wie Zeilenschinderei durch;
  • macht Flüchtigkeitsfehler, weil er den genauen Sachverhalt nicht überblickt.

Schreibtipps
  • Sich die Zeit für eine gründliche Recherche nehmen.
  • Gedanken erst stichpunktartig, am besten mit vollständiger Literaturangabe aufschreiben.
  • Wenn der Überblick da ist, mit Formulieren beginnen und dabei alles kritisch hinterfragen.
  • Weitere Sekundärliteratur kann mögliche Ungereimtheiten klären.




Überwiegend C: Du bist ein langsamer Schreiber wie Gustave Flaubert oder Christoph Ransmayr





 Der langsame Schreiber möchte erst perfekt informiert sein, bevor er zu schreiben anfängt. Daher liest er erst zahlreiche Forschungsbeiträge, bevor er selbst einen Text produziert. Darüber hinaus neigen langsame Schreiber dazu, jede Formulierung sofort zu perfektionieren.


Der langsame Schreiber
  • zeichnet sich durch hohe Qualität und Tiefe aus;
  • weiss über sein Thema Bescheid und bekommt in der Regel gute Noten;
  • seine langsame Arbeitsweise kann Zeitprobleme zur Folge haben;
  • empfindet das Schreiben oft als belastend.


Schreibtipps
  • Zur Not erstmal Lücken lassen, wenn die passende Formulierung nicht sofort gelingt.
  • Im Gespräch mit anderen über die Arbeit lässt sich das üben. Da kann man schliesslich auch nicht lange zögern, bis ein Gedankengang sitzt.
  • Ein gutes Zeitmanagement hilft, einen Überblick zu bekommen und Unwichtiges aus dem Schreibprozess zu verbannen.


Zu kompliziert? Dann schau Dir den Video-Clip auf YouTube an, wo zwei Schreibtypen von Gerd Bräuer vorgestellt werden. Im Wesentlichen geht es dabei um Strukturschaffer und Strukturfolger. Hier ist der Link:

https://www.youtube.com/watch?v=04VaNmrD5aw&spfreload=10


Wer's genauer wissen will, kann auch die folgende Publikation von Gerd Bräuer lesen: "Das Portfolio als Reflexionsmedium für Lehrende und Studierende"


Christoph Frei

https://www.facebook.com/Textredaktion/



Freitag, 7. Juli 2017

Bist Du Trittbrettfahrer oder MVZ-Mitglied?







Eine Mitgliedschaft im MVZ ist eine Frage der Reziprozität. Das Phänomen der Reziprozität hat der Marketing- und Psychologieprofessor Robert Cialdini bereits in den 80er Jahren des letzten Jahrhunderts an der Stanford University in Kalifornien genauer untersucht. Dabei kam er zum Ergebnis, dass Menschen nur ungern in der Schuld anderer stehen. Auf den ersten Blick scheint reziprokes Handeln ökonomisch unvernünftig, ja riskant. Schliesslich hat man keine Garantie, dass man jemals etwas zurückbekommt von dem, was man investiert hat. Trotzdem ist dieses Verhalten, so Ralph Dobelli in seiner Essaysammlung «Die Kunst des klaren Denkens», rational und zudem etwas zutiefst Menschliches. Auf die Frage, warum es Reziprozität gibt, nennt Dobelli zwei Antworten, die im Grunde zusammenhängen. Die erste Antwort ist aus evolutionstheoretischer Sicht nachvollziehbar. Menschen haben im Laufe der Sozialevolution gelernt, andern etwas zu schenken, weil sie damit rechnen konnten, dass das Geschenk beim andern etwas bewirkt, dass es also nicht völlig umsonst war. Dadurch wurde der Austausch von Ressourcen und Ideen gefördert, zumal sich Systeme gegenseitiger Unterstützung und des Handels entwickeln konnten. Die zweite Antwort liegt auf der Beziehungsebene. Jemand, der sich immer nur geizig, undankbar und egoistisch verhält, wird bald keine Freunde mehr haben. Also geht es auch darum, nicht als vielgescholtener Abzocker der Ächtung anheimzufallen, sondern im Gegenteil Vertrauen und Verlässlichkeit bei den andern aufzubauen. Die Reziprozität besagt als uraltes Programm «Ich helfe dir aus, und du hilfst mir aus.» Als eine Art Versicherungsgedanke findet sich Reziprozität bereits bei der pleistozänen Population der ausgestorbenen Gattung des Homo erectus. Gesetzt den Fall, ein Homo erectus hat als Jäger und Sammler Glück und erlegt ein Wildschwein. Vermutlich mehr, als er und seine Sippschaft an einem Tag verspeisen können. Da es keine Tiefkühltruhen gibt, teilen sie sich die geschlachtete Wildsau mit andern Gruppenmitgliedern. Das eröffnet die Möglichkeit, von der Beute der andern zu profitieren, sollte sie einmal das Jagdglück verlassen. Der Bauch der andern wird so zur eigenen Tiefkühltruhe. Eine hervorragende Überlebensstrategie. Reziprozität ist Risikomanagement in Reinkultur. Ohne Reziprozität wäre die Menschheit vermutlich schon lange ausgestorben.




Natürlich dient der Homo erectus nur als Analogie, um Nichtmitgliedern aufzuzeigen, dass auch für alle – auch Nichtmitglieder – in der Tiefkühltruhe des MVZ etwas vorhanden ist. Eines der grossen Missverständnisse vieler obAs, also über ein Verfahren gewählte Mittelschullehrpersonen, ist der Umstand, dass sie zuweilen die Auffassung hegen, nach ihrer Wahl unbefristet bis in alle Ewigkeit angestellt zu sein. Richtig ist, dass sie wie die früheren Beamten unbefristet angestellt sind, doch bedeutet «unbefristet» nicht auch «unkündbar». Über mögliche Kündigungsgründe müssen wir uns an dieser Stelle nicht den Kopf zerbrechen. Wird freilich eine Kündigung ausgesprochen, ist es mittlerweile zu spät, noch rasch in den Verband der Mittelschullehrpersonen einzutreten, um so in einer schwierigen Situation Unterstützung zu bekommen. Dafür ist der Zug dann abgefahren.


Der MVZ unterstützt seine Mitglieder, sollte eine Kündigung drohen, damit sie zu ihrem Recht kommen. Zusammen mit seinen Partnern bietet der MVZ in Rechtsfällen betreffend Anstellungsverhältnissen an Zürcher Mittelschulen Rechtshilfe, sofern die Mitgliedschaft mindestens 6 Monate vor Beginn des Rechtsfalls erfolgt ist. Wie sich dem Paragrafen 35 der Statuten entnehmen lässt, kann eine Rechtsberatung erst 6 Monate nach Beitritt in Anspruch genommen werden (Karenzfrist).






Daher ist eine Anmeldung für jede Mittelschullehrperson empfehlenswert, und zwar unabhängig von der Anstellung oder dem Anstellungsgrad. Oft kommen Probleme unverhofft und dann erfolgt eine Anmeldung zu spät, um Hilfe in Anspruch zu nehmen. Auch wenn keine Rechtshilfe nötig ist, da gar keine Kündigung ins Haus steht, weiss der Verband aus Erfahrung, dass Rückendeckung vor allem dann geschätzt wird, wenn sie unverhofft benötigt wird, sei es, dass man ein Mobbingopfer zu werden droht, Ärger mit dem Steuer Kommissar wegen des abgezogenen Arbeitszimmers hat oder plötzlich im Stundenkontokorrent eine Auszahlung statt des erhofften Weiterbildungsurlaubs akzeptieren muss. Hat eine Lehrperson Fragen zu ihrer Anstellung, so findet sie im Mitgliederbereich der MVZ-Homepage wichtige Informationen zu rechtlichen Hintergründen und zum Vorgehen, falls entsprechende Auskunft benötigt wird. Bei der Revision der Statuten 2014 musste Paragraf 35 um die sechsmonatige Karenzfrist erweitert werden, weil zuvor immer wieder Kolleginnen und Kollegen den Vorstand um Unterstützung baten, obwohl sie noch nie einen Mitgliederbeitrag gezahlt hatten. Reziprozität? Ein Fremdwort.


Gymnasiallehrerinnen und Gymnasiallehrer üben keinen Job aus, sondern einen Beruf. Sie fühlen sich berufen, jungen intelligenten Menschen etwas beizubringen, das für ihr Studium wie auch ihr weiteres Leben von Belang ist. Statt zu jammern, sollten Mittelschullehrerinnen und Mittelschullehrer in der Öffentlichkeit mit dem nötigen Selbstbewusstsein auftreten. Man wünscht ihnen den aufrechten Gang. Es sind Akademiker, die sich bewusst dazu entschieden haben, nicht nur fürs Geld zu arbeiten. Daher interessieren sie sich auch für Fragen der Bildung, doch können sie ihre Stellungnahmen nur einbringen, wenn sie Mitglied eines grösseren Verbands sind, da man sie andernfalls nicht ernst nimmt, was sich unter anderem darin zeigt, dass ihnen gar kein Publikationsorgan zur Verfügung steht. Da wir alle jedoch auch für Geld arbeiten müssen, hilft eine Mitgliedschaft im MVZ ebenso, um mit der nötigen Autorität bei Lohnfragen aufzutreten und seine Stellungnahme abzugeben. In dieser Hinsicht gibt es keine Alternative zum Verband. Gerade weil es aufgrund unsachlicher Medienberichterstattungen in Mittelschullehrkreisen in letzter Zeit zu zum Teil heftigen Reaktionen kam, sei an dieser Stelle festgehalten, dass der Kanton Zürich, gestützt auf Verfassung und Personalgesetz, die Repräsentativität des MVZ anerkennt. Der MVZ ist anerkannter Verhandlungspartner des Kantons und kann entsprechend für die Mittelschullehrerschaft des Kantons sprechen, zum Beispiel beim alljährlichen Treffen mit der Bildungsdirektorin. Nur der MVZ kann als privatrechtlicher Verband mit Statuten beim Verwaltungsgericht Klage einreichen. Für einzelne Lehrpersonen ist dies schon schwieriger, weil sie dann völlig ungeschützt gegen ihren eigenen Arbeitgeber klagen müssten.



Es ist sprichwörtlich, dass Recht haben und Recht bekommen zwei Paar Schuhe sind – und so ist es tatsächlich. Also wäre es naiv zu glauben, der Verband könne sich in jedem Fall durchsetzen. Er kann es selbstverständlich nur immer wieder versuchen und wenn er Erfolg hat, so kommt dieser allen Mittelschullehrpersonen zugute, auch Nichtmitgliedern. Der MVZ könnte aber noch mehr bewirken, wenn uns zusätzlich der Rücken gestärkt wird. Deshalb sollte jede Mittelschullehrerin und jeder Mittelschullehrer dem MVZ beitreten. Besten Dank für Deine Mitgliedschaft.

Christoph Frei





Mittwoch, 28. Juni 2017

14 beste Schreibrezepte, die sich in meiner akademischen
Schreibpraxis bewährt haben.



„Schreiben ist die Hölle, geschrieben haben der Himmel“, lautet ein treffendes Bonmot von Sibylle Krause.

Damit sich das bei Dir nicht wiederholt, hier 14 meiner besten Schreibrezepte. 







Tipps gegen Schreibblockaden
Was hilft in einer solchen Situation? Wie schaffst Du es trotzdem Deinen Text, den Du schreiben willst und schreiben musst, fertigzustellen? Vorab: Es gibt keinen Kardinalsweg und keine Methode, die bei jedem garantiert funktioniert. Ich habe verschiedene Wege als Anregungen für Dich gesammelt und hoffe, dass darunter etwas ist, das Dir die Blockade im Kopf löst. 


1. Machen Dir einen Fahrplan. Die Kolumbusmethode - einfach losschreiben und sehen, wo man rauskommt - funktioniert nur bei den Allerwenigsten. Statt aus dem Bauch heraus zu schreiben, strukturierst Du Deinen Text und formulierst Dein Ziel. Eine Überschrift kann dabei schon helfen. Schau Dir in einem zweiten Schritt die Informationen an, die vorliegen. Was passt zu Deiner Überschrift? Nummeriere  die passenden Informationen durch. Mit dieser Reihenfolge vor Augen musst Du Dich beim Schreiben nur noch daran entlanghangeln.


2.    Wechsele den Ort, an dem Du schreibst. Du sitzt im Seminar, und die Worte wollen Dir einfach nicht einfallen. Pack den Laptop ein und wechsele den Ort. Geh in ein Café oder setz Dich einfach in den Garten. Orte können inspirierend sein, sie bringen Dich auf neue Ideen.


3.  Beginne mittendrin. Wer Probleme hat, den Einstieg zu finden oder einen guten ersten Satz, sollte sich nicht weiter damit quälen und mittendrin anfangen. Dein Gehirn arbeitet nicht linear. Wer sagt, dass die Einleitung zuerst geschrieben werden muss? Schau Dir Deine Notizen und Informationen an. Beginne mit dem Punkt, bei dem Dir auf Anhieb etwas einfällt. Dein Text wird sich wie bei einem Patchwork aus vielen einzelnen Teilen ergeben. Am Schluss kannst Du die Einzelteile immer noch miteinander verbinden und aufeinander abstimmen.


4.  Trenne das Schreiben und Redigieren. Konzentriere Dich erst einmal auf das Schreiben. Viele Schreibende machen den Fehler, immer wieder im Text zurückzuspringen und das bereits Geschriebene zu überarbeiten und umzuformulieren. Damit stören sie ihren Schreibfluss. Versuche die Zensur in Deinem Kopf, so gut es geht, auszuschalten. Schreib erst einmal alles auf, das Dir durch den Kopf geht, und überprüf erst dann das Geschriebene auf Sinnhaftigkeit und Richtigkeit.


5. Schalte alle Störfaktoren aus. Niemand kann sich konzentrieren, wenn ständig das Telefon klingelt oder das E-Mail-Programm einen auf neue Nachrichten hinweist. Schaffe Dir einen ungestörten Raum. Auch das Internet kann mit seinen Versuchungen zur Ablenkung werden. Fällt Dir nichts ein, ist die Verlockung gross,  schnell im Netz  nachzuschauen. Dadurch verzettelst Du Dich nur.


6. Mach eine kurze Pause. Dass Dir nichts einfällt, kann auch damit zusammenhängen, dass Du Dich ausgelaugt fühlst. Dein Gehirn kann nur 90 Minuten am Stück effektiv arbeiten. Danach ist erst einmal Ende. Das ist dann der richtige Moment aufzustehen und frische Luft zu schnappen. Auch Bewegung kann Deine Leistungsfähigkeit wieder auf Trab bringen. Achte allerdings darauf, die Pause zeitlich zu begrenzen und Vermeidungshandlungen keinen Raum zu geben. 


7.    Stelle wilde Assoziationen an. Wie bekommt man den richtigen Einfall? Hilf  Deinem Gedächtnis mit einem Brainstorming, einer Mind-Map oder einem Perspektivwechsel auf die Sprünge. Immer dann, wenn Du gerade ins Stocken gerätst und nicht mehr weiterkommst, bieten sich solche Methoden an, um auf neue Ideen zu kommen.


8.     Lies andere Texte. Wie schreibe ich das bloss? Häufig sucht man nach einer Formulierung und kommt nicht weiter. Dann hilft es, den Text von jemand anderem zu lesen. Es kann Dich inspirieren zu sehen, wie jemand anderes angefangen und wie er formuliert hat. Je nach Textart oder Stil hilft, sich vorab mit ein paar grossartigen Artverwandten auseinanderzusetzen. Lesen bildet nicht nur, es belebt ebenso den Geist und löst so Blockaden.


9.  Schreib Dich warm. Schreiben ist wie Musikmachen: Viele müssen sich erst einmal eingrooven. Bevor Du den eigentlichen Text schreibst, kann es helfen, einen Spontantext zu schreiben. So überwindest Du Deine Angst vor der leeren Seite. Beginne zu tippen und finde Deinen Schreibrhythmus. Wenn Du dann zu Deinem eigentlichen Text übergehst, fliessen die Worte leichter.


10.Schreibe Dich parallel. Wer viel schreibt, arbeitet in der Regel an verschiedenen Texten. Auch hier gibt es keine Regel, die besagt, dass erst ein Text abgeschlossen sein muss, bevor Du mit dem nächsten beginnen kannst. Hakt es bei dem einen Text, wechsle die Materie und widme Dich einem anderen Thema.


11.Gliedere Deinen  Text. Manchmal hilft schon, den geplanten Text in Teilabschnitte zu zerlegen, um sich einen Überblick zu verschaffen und das Ganze logisch zu gliedern. Mindmaps, aber auch lineare Listen können  dazu wunderbare Werkzeuge sein. Zwischenüberschriften aber auch. So entsteht eine Struktur, der Du nur noch folgen musst.


12.Lasse Fehler zu. Nullfehlertoleranz können sich allenfalls Götter leisten. Wer auf Anhieb den perfekten Text schreiben will, verzettelt sich unweigerlich in Details. Effekt: Der Artikel wird nie fertig und immer schlechter. Detailliebe führt nur zu einem Tunnelblick. Schreibe  lieber erst auf, was Dir und wie es Dir in den Sinn kommt. Umformulieren, korrigieren und feilen kannst Du an den Textbausteinen hinterher immer noch.


13.Diszipliniere Dich beim Schreiben. Muss ein Text fertig werden, geht es manchmal nicht anders, als Dich dazu zu zwingen,  etwas zu Papier zu bringen. Deadlines, die weit entfernt sind, verleiten oft dazu zu trödeln und abzuschweifen. Druck kann manchmal dabei helfen, sich auf die vor einem liegende Aufgabe zu fokussieren. Du legst fest, wie lange Du schreiben willst und wie lange Du maximal pausieren darfst. (Du kannst natürlich auch so lange am Tisch sitzen bleiben, bis Du das Dir vorgenommene Schreibpensum erledigt hast.)  


14.Lass Dich beraten oder schreib zusammen mit jemand anderem, weil Du Dich dann bei Deinen Schreibbemühungen weniger alleingelassen fühlst.