Dienstag, 14. März 2017

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Akademisches Lektorat: Weitere 10beste Tipps gegen Prokrastination





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Weitere 10 beste Tipps gegen Prokrastination





Damit es erst gar nicht so weit kommt, habe ich für Dich recherchiert und 10 weitere hilfreiche Tipps gegen Aufschieberitis zusammengetragen. Nicht alle werden zu Dir passen. Das können und sollen sie auch nicht. Dazu ist das Problem zu individuell. Betrachte die Tipps als Sammlung von Alternativen und pick das Beste für Dich heraus. 


1.      Hör auf, zu zweifeln!
Jeder kennt die Phrase, Wenn ich doch nur ..., dann ...! Solche Wenn-dann-Phasen tauchen immer wieder auf. Meistens dann, wenn Du mir Dir und Deiner  Situation unzufrieden bist. Aber diese Zweifel sind heikel. Ihr Unheil beginnt mit der Überzeugung, vor einem stünde ein unüberwindbarer Berg. Dann sehen wir nur noch den Berg und nicht mehr den Gipfel, verharren oder kehren gar um. Fatal! Ein Gipfelsturm gelingt auch in Etappen. Überlege Dir also, wo Du stehst und was als nächstes getan werden müsste. Dann gehe los,  Basiscamp für Basiscamp.


2.      Streiche Dich produktiv!
Das klingt zwar merkwürdig, funktioniert aber tatsächlich. Es kann ein sehr zufriedenstellendes Gefühl sein, eine Aufgabe sichtbar abzuhaken, beispielsweise auf Deiner  To-Do Liste oder im Aufgabenplan. So hast Du nicht nur das Gefühl etwas geschafft zu haben, sondern kannst es auch bildhaft machen und damit verstärken.


3.      Nimm Dir nicht zu viel vor!
Behalte lieber das grosse Ganze im Auge. Aus der Forschung weiss man, dass Menschen Aufgaben motivierter erledigen, wenn Sie die höheren Ziele dahinter erkennen.


4.      Sei realistisch!
Aufschieber neigen zur Alles-oder-Nichts-Haltung. Dahinter steckt die Angst,  nicht mehr akzeptiert zu werden, wenn etwas nicht vollkommen ist. Auch 80 Prozent sind oft gut genug. – (Vergiss nie, dass 80% einer Arbeit in 20% der Zeit zu erledigen ist. Sei darum kein Perfektionist, der für die restlichen 20% nochmals 80% der Arbeit aufbringen will.)


5.      Hör auf, perfekt zu sein!
Perfektionismus hält auf! Er führt zu einem Tunnelblick, bei dem sich die Betroffenen auf zahllose Details konzentrieren, die für das grosse Ganze  jedoch   geringe Bedeutung haben. Dabei verrennen sie sich dann und kommen schließlich nicht mehr vom Fleck. Mängel dagegen können den Horizont erweitern. Denke nur: Ohne Fehler hätte Christoph Kolumbus nie Amerika entdeckt.


6.      Setze Dir Limiten!
Sicher kennst Du das Parkinson’sche Gesetz.  Es geht auf den britischen Historiker und Publizisten Cyril Northcote Parkinson zurück. Danach dehnt sich Arbeit in genau dem Mass aus, wie Zeit für ihre Erledigung zur Verfügung steht – und nicht etwa wie viel Zeit Du tatsächlich dafür bräuchtest. Denke an ein Meetings: Stundenlang werden die Themen diskutiert, alle können mitreden, auch wenn nicht jeder davon eine Ahnung hat. Aber fünf Minuten vor Schluss werden trotzdem die entscheidenden Beschlüsse gefasst. Warum nicht gleich so? Ganz einfach: Setze Limits!


7.      Belohne Dich  für  für Teilerfolge!
Um Prokrastination in den Griff zu bekommen, ist Selbstdisziplin nötig, manchmal auch Druck. Deshalb ist Belohnung am Ende wichtig, um sich bei Laune zu halten. Was alle Erfolgreichen letztlich eint: Sie halten die Lücke zwischen Absicht und Ausführung sehr klein. Und den Spassfaktor natürlich gross.


8.      Lobe Dich!
Fehlen positive Rückmeldungen, tendieren Menschen dazu, aufzugeben. Umgekehrt wirkt Wertschätzung enorm positiv, wie etwa Albert Bandura, Psychologie-Professor an der Stanford-Universität, nachwies: Gelobte sind motivierter, stecken sich höhere Ziele, fühlen sich diesen stärker verpflichtet, teilweise unterstellen sie sich sogar bessere Fähigkeiten, was wiederum ihre Leistungskraft verbessert.


9.      Vergiss die Work-Life-Balance!
Treffen sich die Leute abends zum Essen, dann ist häufig die Rede davon, wie lange einer noch arbeiten muss und wie er danach leben will. So mutieren Arbeit und Leben zu Konkurrenten, die es – Work­-Life Balance sei Dank – gegeneinander abzuwiegen gilt. Ist
dem wirklich so? - Natürlich ist das Unfug! Ausgeglichenheit ist eher im Längs- als im Querschnitt eines Lebens zu finden. Mal wiegt der Beruf schwerer, mal die Familie. Mach Dir deswegen keinen Stress. Solange die Waagschalen in Bewegung bleiben, lebst  Du.


10.  Arbeite in Deinen Hochphasen!
Bei jedem Menschen gibt es innerhalb eines Tages unterschiedliche Leistungsphasen. Entscheidend dafür ist die sogenannte Chronobiologie. Der Organismus, also der Stoffwechsel, die Organtätigkeit, die Konzentrationsfähigkeit – alles schwankt innerhalb eines Tages erheblich. Dabei unterscheiden sich vor allem die Frühaufsteher, auch Lerchen genannt, von den  Langschläfern, von vielen  (auch Eulen genannt), die auch abends noch hell wach sind und sich gut konzentrieren können. Diese Typen sind unabhängig von der Schlafmenge, die der Einzelne braucht. Ihre individuellen Leistungsphasen liegen stark zeitversetzt. Wer seinen eigenen Typ kennt und dies im Alltag berücksichtigt, kann seine Leistung, Kreativität und Produktivität deutlich verbessern. Schwierige Aufgaben lege möglichst in die Hochphasen, den lästigen Kleinkram in die Durchhängerphasen

Christoph Frei

Samstag, 11. März 2017


Beste 10 Tipps gegen Prokrastination





Damit es erst gar nicht so weit kommt, habe ich für Dich recherchiert und 10 hilfreiche Tipps gegen Auschieberitis zusammengetragen. Nicht alle werden zu Dir passen. Das können und sollen sie auch nicht. Dazu ist das Problem zu individuell. Betrachte die Tipps als Sammlung von Alternativen und pick das Beste für Dich heraus. 



1.      Beginne sofort!
Zum Beispiel jetzt! Die 72-Stunden-Regel sagt: Wer sich etwas vornimmt, muss innerhalb von 72 Stunden den ersten Schritt machen, sonst sinkt die Chance, dass er das Projekt jemals beginnt, auf ein Prozent.


2.      Hinterfrage Dich!
Warum schiebst Du bestimmte Aufgaben auf? Prokrastination ist eine schlechte Gewohnheit. Sie läuft automatisch ab. Ein Schritt in Richtung Besserung ist deshalb, sich sein Verhalten bewusst zu machen und die Gewohnheit zu durchbrechen. Dazu hilft auch, Deine Verhaltensweisen über einen gewissen Zeitraum schriftlich zu notieren: Halte fest, wann Du nicht arbeitest, dann wirst Du sehen, wieviel Zeit Dir im Grunde zur Verfügung steht.


3.      Plane vor!
Überliste Deine schlechte Gewohnheit und notiere Dir schon am Vorabend, was Du am nächsten Tag in welcher Reihenfolge tun wirst. Und dann halte Dich auch daran.


4.      Sei konkret!
Je genauer und konkreter Du bei der Planung vorgehst, desto geringer ist die Wahrscheinlichkeit, dass Du von Deinen Plänen abweichst. Nimm Dir zum Beispiel vor, um 14.00 Uhr eine Stunde für die Kommunikationstheorie-Prüfung zu lernen, bevor Du eine Pause machst.


5.      Achte auf Deine Gedanken!
Gedanken haben Macht. Du hinterfragst ständig Dein Verhalten, analysierst Dich, kritisierst Dich, lobst Dich und machst grosse Pläne. Dieser innere Dialog prägt Dein Handeln und Fühlen. Schon der Talmud warnt: "Achte auf deine Gedanken, denn sie werden Worte. Achte auf deine Worte, denn sie werden Handlungen. Achte auf deine Handlungen, denn sie werden Gewohnheiten. Achte auf deine Gewohnheiten, denn sie werden dein Charakter." 


6.      Mache Dir weniger Druck!
Sagst Du Dir oft "Du musst", "Du sollst", "Mach jetzt, sonst.…"? So wird das aber nichts. Aufschieber flüchten so erst recht. Ändere stattdessen den Mechanismus und mache Dir bewusst, eine Wahl zu haben.


7.      Verdeutliche Dir die Konsequenzen!
Das schafft zwar zunächst weiter Druck, kann aber auch heilsam sein. Mach Dir klar, was für Folgen es haben kann, wenn Du Deine Aufgaben immer nur mittelmässig, zu spät oder gar nicht erledigst. Was wird Dein Professor von Dir denken? Was Deine Mitstudierenden? Vergiss nicht: Du hast einen Ruf zu verlieren.


8.      Setze Prioritäten!
Entscheide Dich, was wirklich wichtig und dringend ist und was noch Zeit hat oder delegiert werden kann. Die ABC-Technik eignet sich dafür besonders gut.


9.      Zerlege grosse Aufgaben in kleine!
Es ist wie mit dem physikalischen Gesetz der Trägheit: Ist ein schwerer Körper erst in Bewegung, wird es leichter, ihn in Fahrt zu halten. "Auch die längste Reise beginnt mit einem einzelnen Schritt", lautet ein chinesisches Sprichwort. Also beginne auch Du mit kleinen Schritten.


10.  Bleibe organisiert!
Aufgaben zu zerlegen, sich einen Überblick zu verschaffen – vielleicht sogar mithilfe von To-Do-Listen oder Mindmaps ist eine Sache. Konserviere diesen Zustand aber auch. Sonst oszillierst Du bloss zwischen Chaos – Liste/Map – Chaos.


PS: Denke daran, dass die meisten Studierenden an den Hochschulen fallieren, weil sie dem Prokrastinations-Zyklus nicht entkommen.

Christoph Frei

Montag, 6. März 2017


Wie Wittgenstein Popper mit dem Feuerhaken drohte






In Karl Poppers Autobiografie "Ausgangspunkte" schildert er sein erstes und einziges Zusammentreffen mit Ludwig Wittgenstein so: 

"Ich sagte weiter, dass, falls es keine echten philosophischen Probleme gibt, ich sicher kein Philosoph sein möchte und dass meiner Meinung nach die einzige Rechtfertigung dafür, ein Philosoph zu sein, darin besteht, dass viele oder vielleicht sogar alle Menschen unhaltbare Lösungen für viele oder vielleicht sogar alle philosophischen Probleme gedankenlos akzeptieren.

Wittgenstein sprang wieder auf, unterbrach mich und sprach lange über Puzzles und über die Nichtexistenz philosophischer Probleme. In einem Augenblick, der mir geeignet erschien, unterbrach ich ihn und las eine von mir vorbereitete Liste philosophischer Probleme vor, wie etwa: Erkennen wir die Dinge durch unsere Sinne? Erlangen wir unsere Erkenntnis durch Induktion?

Wittgenstein tat diese Probleme ab mit der Bemerkung, es seien mehr logische als philosophische Probleme. Daraufhin verwies ich auf das Problem, ob es nur potentielle oder vielleicht auch aktuale Unendlichkeiten gibt, ein Problem, das er als ein mathematisches Problem abtat. Daraufhin nannte ich moralische Probleme und das Problem der Gültigkeit moralischer Regeln.

An diesem Punkt sagte Wittgenstein, der beim Feuer sass und nervös mit dem Schürhaken gespielt hatte, den er gelegentlich wie einen Dirigentenstab benutzte, um seine Behauptungen zu unterstreichen: »Geben Sie ein Beispiel für eine moralische Regel! « Ich erwiderte: »Man soll einen Gastredner nicht mit einem Schürhaken bedrohen. « Darauf warf Wittgenstein ärgerlich den Schürhaken hin, stürmte aus dem Raum und schlug die Türe hinter sich zu."

Dieses Zusammentreffen ist insofern legendär geworden, als bei diesem Treffen der beiden Philosophen in einem Zimmer in Cambridge eine Vielzahl anderer Philosophieprofessoren und -studenten, die später zu einem großen Teil selbst Professoren geworden sind, anwesend war und viele dieser Zuhörer später eigene und von Poppers Darstellung abweichende Berichte geliefert haben. Einige haben Popper wegen seiner Darstellung gar der Lüge bezichtigt. Die beiden Autoren Edmonds und Eidinow haben über ihre Nachforschungen ein Buch geschrieben, in dem sie die Lebensläufe von Wittgenstein und Popper und einigen weiteren Anwesenden verfolgen.
Denn auch das macht die Geschichte so interessant: Beide Protagonisten sind in Wien geboren, Ende des 19. Jahrhunderts. Beide haben in der Nazizeit als Juden in Österreich grosse Schwierigkeiten gehabt. Formal hatte Wittgenstein den leichteren Start ins Leben, entstammt er doch dem Grossbürgertum und war Angehöriger einer der reichsten Familien Österreichs, während Poppers Eltern Angehörige der Mittelschicht waren. Allerdings gab es in Poppers Elternhaus 10'000 Bücher, und sein Vater, übersetzte in seiner Freizeit leidenschaftlich gern klassische Werke ins Deutsche. Bei ihrem einzigen Treffen war Wittgenstein bereits der Guru / Gott der Philosophie in Cambridge, während Popper aus Neuseeland anreiste und sich seinen Platz in der Wissenschaft erst   erkämpfen musste.

Bemerkenswert auch die Fortsetzung beider Leben: Wittgenstein kannte bis zu seinem frühen Tod 1951 außerhalb der Philosophie kaum jemand, aber er hat zwei philosophische „Schulen“ begründet, von denen sich die eine auf sein Frühwerk, den Tractatus Logico-Philosophicus, stützt, während die zweite mehr auf seinen späteren Werken beruht, die alle erst posthum veröffentlicht worden sind. Popper hingegen ist uralt geworden und wurde bereits zu Lebzeiten hoch geehrt. Er war ein Pragmatiker mit einem grossen Einfluss auf die zeitgenössische Wissenschaft und Politik. Aber die Struktur seiner philosophischen Ansichten lässt die Gründung einer Schule nicht zu, so dass man sich in einer fernen Zukunft vermutlich eher an Wittgenstein als an Popper erinnern wird.

Um einen Eindruck zu bekommen, welche philosophischen Probleme neben den Biografien und rund um den Streit diskutiert werden und auf welchem Niveau das passiert, hier zwei Zitate zu einem interessanten Problem: Im 18. Jahrhundert hatte der schottische Philosoph David Hume zum ersten Mal von dem Rätsel der Induktion gesprochen. Hume stellte die Frage, ob es einen vernünftigen Grund für die Annahme gebe, dass die Sonne morgen wieder aufgehe, nur weil sie dies bis jetzt jeden Tag getan habe. Nach Humes Ansicht verhielt sich dies nicht so. Der Rückgriff beispielsweise auf die Naturgesetze würde lediglich zu einem Zirkelschluss führen. Wir glauben lediglich deshalb an die Naturgesetze, weil sie sich in der Vergangenheit als verlässlich erwiesen haben. Warum sollten wir davon ausgehen, dass Verlässlichkeit in der Vergangenheit eine Richtschnur für die Zukunft sein kann?

Bertrand Russell, der ein Gespür für fesselnde Vergleiche hat, formuliert das Rätsel so: »Der Mann, der das Huhn tagtäglich gefüttert hat, dreht ihm zu guter Letzt das Genick um und beweist damit, dass es für das Huhn nützlicher gewesen wäre, wenn es sich etwas subtilere Meinungen über die Gleichförmigkeit der Natur gebildet hätte. «

70 Seiten später wird zu diesem Problem zurückgekehrt, weil es essenziell für den Falsifikationismus Poppers, d.h. für seine Wissenschaftstheorie, ist:

Aber der gewichtigste Einwand gegen sein Werk lautet, dass er trotz seines Anspruchs daran gescheitert sei, Humes Problem der Induktion zu lösen. So beharren seine Kritiker darauf, Poppers Theorie könne keine zufriedenstellende Antwort auf die Frage geben, warum es – um Lakatos‘ Beispiel zu zitieren – nicht ratsam ist, vom Eiffelturm zu springen. Denn einerseits ist die Theorie, dass man durch die Erdanziehung in die Tiefe gerissen wird und am Boden aufschlägt, durch unzählige Unfälle und Selbstmorde geprüft. Aber andererseits kann man hieraus, wie Popper selbst hervorhob, nicht logisch ableiten, dass dies auch beim nächsten Sprung zwingend geschehen wird. Man hat also nur dann Grund, nicht zu springen, wenn man der Überzeugung ist, die Vergangenheit sei wenigstens teilweise eine Leitschnur für die Zukunft.

Aber auch Wittgensteins Sprachanalyse („der frühe Wittgenstein“) kann dieses Problem der Induktion nicht lösen, der späte Wittgenstein vermutlich auch nicht. Philosophie ist nicht nur Sprache, und wenn Theorie und Praxis nicht übereinstimmen, hat immer die Praxis den Primat. Wir können mit hoher Wahrscheinlichkeit davon ausgehen, dass auch morgen die Sonne aufgehen wird, und wir springen (bei klarem Verstand) nicht vom Eifelturm. Andererseits können wir Bedingungen angeben, unter denen die Sonne nicht aufgehen wird, und es gibt manchmal auch Gründe, lieber von einem hohen Gebäude zu springen und zu hoffen, als oben stehen zu bleiben. Die Wissenschaftstheorie von Thomas S. Kuhn  ist da weniger formalistisch. Und bei dem im Zitat erwähnten Lakatos kann es sich nur um Imre Laktos handeln, der den naiven Falsifikationismus Poppers kritisiert hat.

Wie verhält es sich nun mit Poppers Schilderung seines Zusammentreffens mit Wittgenstein? Endgültige Klärung kann das Buch auch nicht bieten, weil man ja nicht weiss, welcher Darstellung man mehr trauen kann. Der wahrscheinlichste Hergang ist aber, dass Wittgenstein während der Diskussion mit dem Feuerhaken gefuchtelt hat (das machte er häufiger) und dass er das Zimmer bereits verlassen hatte, bevor die Frage nach einem „echten philosophischen Problem“ gestellt wurde (auch dieses vorzeitige Verlassen war für ihn charakteristisch). Er konnte deshalb den Feuerhaken gar nicht mehr wütend hinwerfen, nachdem Popper die Frage beantwortet hat. Wittgenstein selbst erwähnt den Vorgang in seinem Tagebuch am nächsten Tag gar nicht. Völlig offen bleibt dann aber die Antwort auf die Frage, ob Popper bewusst gelogen oder sich nur falsch an den Vorgang erinnert hat. Erstens war Popper auch ein charakterlich schwieriger Mensch, zweitens war er sicherlich während dieses Treffens in Cambridge auf das Äusserste erregt und kannte zudem kaum einen der Anwesenden – abgesehen von Bertrand Russel, dem dritten berühmten Philosophen im Raum.

Der Schwerpunkt der Philosophie hat sich in den vergangenen 50 Jahren erneut verschoben. Solche Fragen wie die nach der Induktion haben lediglich gezeigt, wie begrenzt die Mittel von Sprache und Logik sind. Wichtiger aber sind Fragen der Ontologie und der Metaphysik, um also der (Natur)Wissenschaft einen Rahmen zu geben (Was kann ich wissen?) und der Theologie eine rationale Alternative gegenüber zu stellen, und vor allem ethische und praktische Fragen (Wie soll ich leben?).



Andreas Brandhorst

Freitag, 24. Februar 2017


Mein einunddreissigster bester Schreibtipp für bessere Texte





Was ist »wissenschaftlich« am wissenschaftlichen Schreiben?

Wissenschaftliches Schreiben unterscheidet sich deutlich vom Schreiben auf anderen Gebieten wie der Schule oder im Journalismus.  Aber was ist eigentlich das Besondere am »wissenschaftlichen« Schreiben?
Es ist nicht ganz einfach, "wissenschaftliches schreiben" so zu formulieren, dass es für alle Wissenschaften gültig ist. Otto Kruse nennt in seinem UTB-Band «Lesen und Schreiben» folgende Aspekte, die von den meisten Disziplinen bejaht werden:

Methodisch begründetes Vorgehen
Eine wissenschaftliche Arbeit muss Auskunft geben, wie das dargestellte Wissen gewonnen wurde, sei es aus eigenen Überlegungen, aus den Forschungen anderer oder aus eigener Forschung. Der Prozess der Erkenntnisgewinnung, der hinter dem Text steht, muss also offen gelegt und reflektiert werden. Er muss für andere nachvollziehbar und nach Möglichkeit auch reproduzierbar sein.

Objektivität
Wissenschaftliche Aussagen sollen frei sein von subjektiven Urteilen und Meinungen der Untersucher. Wo Meinungen und Urteile gefällt werden, müssen diese expliziert und begründet werden.

Systematik
Alles Wissen muss an die disziplinäre (manchmal auch interdisziplinäre) Wissenssystematik des Faches angebunden werden. Wissen steht nicht für sich allein, sondern ist immer im Kontext des bereits vorhandenen Wissens darzustellen und einzuordnen.

Kritikgebot
Dogmatismus ist zu vermeiden, und zwar dadurch, dass als Grundhaltung eine skeptische, kritische Haltung gegenüber dem Wissen eingenommen wird. Dies bedeutet nicht, dass alles kritisiert werden muss, aber wohl, dass alles Wissen, bevor es verwendet wird, kritisch geprüft wird.

Einhaltung von Darstellungskonventionen
Konservativ ist Wissenschaft in Bezug auf Textnormen. Etablierte Konventionen, wie sie für einzelne Textgenres definiert sind, müssen eingehalten werden.

Sprachliche und terminologische Genauigkeit
Wissenschaft verlangt eine präzise, eindeutige Sprache und Verwendung der im Fach üblichen Begriffe.

Christoph Frei


Montag, 20. Februar 2017


Warum Dein Text ein Lektorat braucht II



Folgende Gründe sprechen für ein professionelles Lektorat

1. Lektorierte Texte werten Dein Unternehmen auf

Durch Texte, die lieblos oder ungeschickt formuliert sind und womöglich noch offensichtliche Fehler enthalten, leidet der Ruf Deines Unternehmens stark. Es ist immer der erste Eindruck, der zählt. Und der sollte unbedingt positiv sein. Schliesslich willst Du neue Kunden mit den Werbematerialien, den Blogbeiträgen, den Webtexten an Land ziehen und bestehende Kunden binden! Nicht nur, dass Dein  Ruf leidet, auch geht das Vertrauen in Deine fachliche Kompetenz verloren, wenn ein fehlerhafter Text in Umlauf geht. Ein Text, der von einem Lektor auf Herz und Nieren geprüft wurde, erhöht die Erfolgschancen Deiner Marketing-Texte.

2. Mehr Zeit für die operativen Geschäfte im Unternehmen

Einen Text zu schreiben, genau das auf den Punkt zu bringen, was die Kernaussage ist, ist nicht jedermanns Sache. Man schreibt vor sich hin, grübelt ständig darüber nach, ob man das nicht noch besser ausdrücken könnte und im Nu sind mehrere Stunden vergangen. Du benötigst diese wertvolle Zeit für andere Geschäfte im Unternehmen, nicht für einen kurzen Text für die Homepage. Doch verzage nicht. Schreibe einfach drauf los, denke dabei nicht zu viel nach. Während des Schreibens entstehen meistens die besten Ideen! Überprüfe am Schluss den Text noch einmal, tilge die schlimmsten Fehler und lege ihn beiseite. Dein Lektor wird den Rest für Dich übernehmen und den Text zum Glänzen bringen.

3. Ein Lektorat erhöht die Erfolgschancen Deiner Texte und damit den Umsatz.

Überarbeitete Texte lesen sich flüssig und geschmeidig, es ist interessant, sie zu Ende zu lesen. Wer einen Text verfasst, muss an so vieles denken: Formuliere ich für die richtige Zielgruppe, interessiert das meine Zielgruppe überhaupt? Habe ich alle Punkte angeführt, auf die ich eingehen wollte? Fehlt etwa ein wichtiger Absatz? Habe ich alle Beistriche richtig gesetzt? Heisst es korrekt „Apres-ski“ oder „Après-Ski“? Überlasse all diese Fragen einem professionellen Lektor und konzentriere Dich auf Deine Kernkompetenz. Schreibe selber oder lasse einen fähigen Mitarbeiter die Texte schreiben und investiere dann in einen guten Lektor. Texte, die veröffentlicht werden, sollen Kunden ansprechen und einen positiven Eindruck hinterlassen. Ein Lektorat wertet Deinen Text auf und verhilft Dir  zu mehr Kunden und Umsatz.

Gönne Dir den Luxus eines Lektorats. Wer einmal mit einem guten Lektor zusammengearbeitet hat, weiss die Argusaugen,  die jeden kleinen Fehler entdecken, zu schätzen. Und wenn Du Dich  dafür entscheidest, doch keinen Lektor für Deine Texte zu engagieren, versuche es gelassen zu nehmen, wenn Deine teure Hochglanzbroschüre gerade mit einer Auflage von 1.000 Stück und einem hässlichen Tippfehler in einer Überschrift in Druck geht.

Christoph Frei

Sonntag, 19. Februar 2017


Warum Dein Text ein Lektorat braucht I



Es gibt mehrere Gründe, warum ein Text, bevor er veröffentlicht und von einem grösseren Publikum gelesen wird, lektoriert werden sollte. Zu allererst sollte ein Autor sich eingestehen, dass er nicht unfehlbar ist. Fehler passieren jedem und auch der beste Texter oder Lektor kann mal einen Fehler übersehen. Texte sind sehr persönliche Angelegenheiten eines Autors, zuzugeben, dass man Fehler machen könnte, dass eine Formulierung oder ein ganzer Absatz nicht gut gelungen ist, bedeutet, dass man Hilfe benötigt. Und das fällt manchmal richtig schwer.

Situationen, in denen man ernsthaft über ein professionelles Lektorat nachdenken sollte:

Ich sitze seit mehreren Stunden an ein und demselben Text und komme einfach nicht weiter. Jeder Buchstabe fliesst zäh wie Honig aus dem Kopf über die Finger in die Tasten. Das nächste weisse Blatt zeigt sich am Bildschirm, der Unmut steigt.

Sobald der Text fertig ist, lese ich ihn wieder und wieder und finde Stellen, die sich nicht flüssig lesen, und formuliere um und schreibe neu und lösche wieder und werde mit dem Text einfach nicht fertig.


Ich kann den Text zwar flüssig schreiben, aber mit der Rechtschreibung und der Grammatik klappt es nicht so recht. Auch bin ich mir nicht sicher, wo die ganzen Beistriche korrekt gesetzt werden.


Meine Texte sind für die Veröffentlichung vorgesehen und sollen von einem breiteren Publikum gelesen werden. Ich schreibe Blogbeiträge, Pressemeldungen, Texte für Websites, ein Manuskript für ein E-Book oder ein Buch, einen Folder für mein neues Unternehmen u.ä.m.


Ich kümmere mich hauptsächlich um die operativen Geschäfte in meinem Unternehmen, Texte zu schreiben sind Nebensache. Einen Text derart vorzubereiten, dass er veröffentlicht werden kann, raubt mir zu viel Nerven und kostbare Zeit, die ich anderweitig für meine Geschäfte benötige.


In solchen oder ähnlichen Situation wirst Du von einem professionellen Lektorat profitieren. Wer für ein gutes Lektorat extern bezahlt, bekommt diese Ausgaben anderweitig wieder zurück. Nämlich dann, wenn die lektorierten und korrigierten Texte ihr Ziel erreichen und als Flyer Kunden ins Unternehmen locken, als der Blog- oder Newsletter-Beitrag den Traffic auf der Website erhöhen, als Diplomarbeit von Deinem Professor gute Zensuren erhalten oder als Manuskript von einem Verlag angenommen werden. Letzteres gilt im Übrigen auch für Dissertationen.

Christoph Frei